Grunderwerbsteuer 2026: Alle Bundesländer im Vergleich + Rechner
Grunderwerbsteuersätze aller 16 Bundesländer 2026 — von 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (NRW, Brandenburg). Mit interaktivem Rechner und Spartipps.
Die Grunderwerbsteuer ist eine der größten Kostenpositionen beim Immobilienkauf — und je nach Bundesland erheblich unterschiedlich. In Bayern zahlen Sie 3,5 % des Kaufpreises, in Nordrhein-Westfalen oder Brandenburg dagegen 6,5 %. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € macht das einen Unterschied von 12.000 €.
Unser Vergleich zeigt alle aktuellen Steuersätze, erklärt die Berechnung und nennt legale Möglichkeiten zur Reduzierung der Steuer.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Grunderwerbsteuer?
Die Grunderwerbsteuer (GrESt) ist eine Steuer auf den Erwerb von Grundstücken und Immobilien in Deutschland. Sie wird einmalig beim Kauf fällig und ist Voraussetzung für die Umschreibung im Grundbuch.
Wer zahlt? Grundsätzlich zahlt der Käufer die Grunderwerbsteuer. Im Vertrag kann eine abweichende Regelung getroffen werden, doch gegenüber dem Finanzamt haftet der Käufer stets.
Wann ist sie fällig? Nach Erhalt des Steuerbescheids, meist 4–6 Wochen nach dem Notartermin. Erst nach Zahlung erteilt das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung, ohne die keine Grundbuchumschreibung möglich ist.
Alle Bundesländer im Vergleich — mit Rechner
Berechnen Sie die Grunderwerbsteuer für jeden Kaufpreis und jedes Bundesland mit unserem interaktiven Rechner:
Grunderwerbsteuer-Rechner 2026
Steuer nach Bundesland und Kaufpreis — Bundesländervergleich
Grunderwerbsteuer
10.500 €
3.5 % von 300.000 €
Kaufpreis
300.000 €
Gesamt (KP + GrESt)
310.500 €
| Bundesland | Steuersatz | GrESt bei 300.000 € |
|---|---|---|
| ✓ Bayern | 3.5 % | 10.500 € |
| Sachsen | 3.5 % | 10.500 € |
| Hamburg | 4.5 % | 13.500 € |
| Baden-Württemberg | 5 % | 15.000 € |
| Bremen | 5 % | 15.000 € |
| Niedersachsen | 5 % | 15.000 € |
| Rheinland-Pfalz | 5 % | 15.000 € |
| Sachsen-Anhalt | 5 % | 15.000 € |
| Berlin | 6 % | 18.000 € |
| Hessen | 6 % | 18.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6 % | 18.000 € |
| Brandenburg | 6.5 % | 19.500 € |
| Nordrhein-Westfalen | 6.5 % | 19.500 € |
| Saarland | 6.5 % | 19.500 € |
| Schleswig-Holstein | 6.5 % | 19.500 € |
| Thüringen | 6.5 % | 19.500 € |
Steuersätze Stand 2026 — auf Zeile klicken zum Auswählen
Berechnung und Beispiele
Formel: Grunderwerbsteuer = Kaufpreis × Steuersatz
Beispiel: Kaufpreis 350.000 €
- Bayern (3,5 %): 12.250 €
- Hamburg (4,5 %): 15.750 €
- Hessen (6,0 %): 21.000 €
- NRW (6,5 %): 22.750 €
Differenz Bayern–NRW bei gleichem Kaufpreis: 10.500 €
Die GrESt ist ein wesentlicher Bestandteil der Kaufnebenkosten, die insgesamt 7–12 % des Kaufpreises betragen können. Bei der Finanzierung sollten diese Kosten aus Eigenkapital bezahlt werden — Banken finanzieren Nebenkosten in der Regel nicht mit.
Wann entsteht die Steuerpflicht?
Die Steuerpflicht entsteht mit Abschluss des notariellen Kaufvertrags. Steuerpflichtig sind:
- ✓ Kauf von Grundstücken (bebaut und unbebaut)
- ✓ Kauf von Eigentumswohnungen
- ✓ Kauf von Erbbaurechten
- ✓ Share-Deals (Kauf von Gesellschaftsanteilen über 90 %) bei grundstückshaltenden Gesellschaften
Befreiungen:
- Erwerb zwischen Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern
- Schenkungen und Erbschaften (aber ggf. Erbschaftsteuer)
- Erwerb von Kindern und Eltern (gerader Linie)
- Erwerb unter 2.500 € (Freigrenze)
Spartipps: So reduzieren Sie die Grunderwerbsteuer legal
- Inventar herausrechnen: Einbauküche, Sauna oder Möbel können separat auf einem zweiten Kaufvertrag ausgewiesen werden und reduzieren die Bemessungsgrundlage für die GrESt. Achtung: Das Finanzamt prüft, ob Preise marktüblich sind (max. ca. 15 % des Kaufpreises).
- Bundesland wählen: Bei Immobilien nahe Bundeslandgrenzen lohnt es sich, die Lage zu prüfen — manchmal sind benachbarte Bundesländer günstiger.
- Schenkung statt Kauf: Innerhalb der Familie kann eine Schenkung GrESt sparen — aber Erbschaftsteuer prüfen!
- Heirat vor dem Kauf: Ehegatten zahlen keine GrESt beim gegenseitigen Immobilienerwerb.
Für Kapitalanleger: Auch die Spekulationssteuer beim späteren Verkauf sollte von Anfang an eingeplant werden.
Die Grunderwerbsteuer ist ein erheblicher Kostenfaktor beim Immobilienkauf — und je nach Bundesland kann die Differenz zehntausende Euro betragen. Planen Sie diese Kosten von Anfang an als Teil Ihres Eigenkapitals ein.
Für Kapitalanleger gehört die GrESt zu den Anschaffungsnebenkosten, die die AfA-Bemessungsgrundlage erhöhen — unser Leitfaden zur Immobilie als Kapitalanlage 2026 zeigt das Gesamtbild. Laufende Steuerbelastungen behandelt der Artikel zur Grundsteuerreform 2026. Mit ImmobilienHQ erfassen Sie alle Kaufnebenkosten strukturiert für Ihre Steuererklärung.
Häufige Fragen (FAQ)
Teste ImmobilienHQ kostenlos — 30 Tage gratis
Schluss mit Excel-Tabellen. Die Immobilienverwaltung Software löst in der Praxis, was dieser Artikel beschreibt: Mieter, Zahlungen, Dokumente, Wartung und Steuer-Center — alles vernetzt, DSGVO-konform.
Neue Artikel per E-Mail
Kein Spam, jederzeit abmeldbar.